Genau genommen mag ich überhaupt kein Metall in und an Pfeifen. Durch die viel höhere Wärmeleitfähigkeit im Vergleich zu Holz oder Acryl bildet sich beim Rauchen an den Metallteilen häufig Kondenswasser, und so ensteht genau der gegenteilige Effekt als der, der eigentlich beabsichtigt war. Wenn ich eine neue Pfeife erstehe, ist meist die erste Handlung die Entfernung sämtlicher Röhrchen und Zäpfchen aus Mundstück und Holm, die sich die Pfeifendesigner so haben einfallen lassen. Eine Ausnahme mache ich allerdings bei Kaywoodie-Pfeifen, da ich sonst das "drinkless"-System komplett entfernen und durch einen "normalen" Mundstückszapfen ersetzen müßte.


Drinkless Attachment

Allerdings ist bei verschraubten Mundstücken immer die Gefahr gegeben, daß man sie beim Hineindrehen - besonders in warmem Zustand - leicht überdrehen kann. Dies war auch bei einer meiner Kaywoodies, die ich gebraucht gekauft hatte, der Fall. Nach ein bißchen Stöbern im Internet fand ich bei newsgroups alt.smokers.pipes einen Artikel von Bill Feuerbach von S. M. Frank & Co., dem Hersteller von Kaywoodie, der sich mit diesem Problem beschäftigt und hervorragende Vorschläge liefert, um hier Abhilfe zu schaffen. Ich habe hier den Beitrag übersetzt, der vielleicht dem einen oder anderen, der ebenfalls mit diesem Problem zu kämpfen hat, weiterhelfen wird.



Hier ist eine Beschreibung, wie ich das Problem handhabe, das ist nicht schwer, jeder kann das auch selbst zu Hause tun.

Überdrehen: Dies ist ein gelegentliches Problem mit Kaywoodies, das Resultat des Auseinandernehmens der Pfeife und des zu strammen Festziehens, wenn die Pfeife warm ist. (Das Synchro-Stem-Design wurde so gestaltet, daß man die Pfeife auch in warmem Zustand auseinandernehmen kann, aber nur mit Vorsicht wieder zusammenschrauben sollte. Bei der Herstellung bringen wir das Mundstück etwas unterdreht an, weil es sich mit der Zeit geraderichtet. Es gibt zwei Möglichkeiten, das Problem abhängig vom Alter der Pfeife zu lösen. Auf den älteren Pfeifen (dreißiger bis fünfziger Jahre) wurde die Buchse in den Schaft des Holzes geschraubt. Das Gewinde ist ziemlich fein, ca. 1/20 Zoll Steigung. Bei diesem Typ geht das Gewinde vom "drinkless attachment" vollständig bis zum Mundstück, und die Kugel hat 4 Bohrungen. Nach den frühen Fünfzigern wurde die Buchse eingepreßt. Die Buchse dieses Typs hat außen eine Riffelung, damit sie im Holz festsitzt. Hier endet das Gewinde des "drinkless attachment" über 1/4 Zoll vor dem Mundstück, die Kugel hat 3 Bohrungen. Bei beiden Arten jedoch wurde ein Kleber verwendet, um die Buchse in der korrekten Ausrichtung zu halten. Ich denke, daß der Kleber weich wird, wenn er erwärmt wird. Wenn die Pfeife auseinandergenommen wird, um einen Pfeifenreiniger einzuführen oder das Gewinde abzuwischen, kann sich beim Zusammenschrauben die Buchse verdrehen. Wenn dann der Kleber wieder erhärtet, bleibt die Buchse in der überdrehten Stellung fixiert. Der Trick ist also, während des Rauchens, wenn die Pfeife warm ist, sie nicht zu fest zusammenzuschrauben.

Für die Reparatur benötigen Sie eine Wärmequelle, am besten eine Herdplatte. Nehmen Sie die Pfeife auseinander. Wenn Sie festgestellt haben, um welche Art von Buchse es sich handelt, tun Sie fogendes:

Für die ältere eingeschraubte Buchse:

Sie benötigen einen Schraubenausdreher (Linksdrall), der in das Ende der Buchse paßt. Halten Sie die flache Seite der Buchse ungefähr 10 Sekunden auf die heiße Herdplatte. Nehmen Sie den Pfeifenkopf vom Herd weg. Sie sollten nun ein kleines Rauchwölkchen sehen. Setzen Sie schnell den Ausdreher in das Ende der Buchse ein und drehen Sie im entgegengesetzten Uhrzeigersinn. Wenn sie sich nicht bewegt, heizen Sie sie nochmals für 5 Sekunden an und versuchen es erneut. Achten Sie darauf, daß das Holz sich durch die Hitze nicht zu verfärben beginnt. Auch kann durch zu langes Erhitzen das Ende des Holmes etwas schwellen. Der Ausdreher kann einige Einbuchtungen im Ende der Buchse bewirken, diese sollten aber das Einschrauben des Mundstücks nicht behindern. Sobald Sie die Buchse heraus haben, entfernen Sie den losen Kleber von der Buchse und aus dem Holm. Dies ist auch eine gute Gelegenheit, um das Teer aus dem Holm zu entfernen, aber Vorsicht, nicht dabei das Holz beschädigen. Schrauben Sie jetzt die Buchse auf den Zapfen. Ziehen Sie sie nur so fest, wie Sie mit der Hand können. Umwickeln Sie die Backen einer Zange mit Klebeband und schrauben Sie die Buchse damit fest. Bestreichen Sie die Buchse mit einem schnell härtenden Zweikomponentenkleber und schrauben Sie sie zurück in den Holm, etwas unterdreht (ca. 5 Grad). Wischen Sie allen überschüssigen Kleber ab, der herausquillt.

Für die neuere gerändelte Buchse:

Halten Sie die flache Seite der Buchse ungefähr 10 Sekunden auf die heiße Herdplatte. Nehmen Sie den Pfeifenkopf vom Herd weg. Sie sollten nun ein kleines Rauchwölkchen sehen. Schrauben Sie schnell das Mundstück in den Holm und drehen Sie im Uhrzeigersinn, bis sich die Buchse vom Holm löst. Wenn sie sich nicht bewegt, heizen Sie sie nochmals für 5 Sekunden an und versuchen es erneut. Achten Sie darauf, daß das Holz sich durch die Hitze nicht zu verfärben beginnt. Auch kann durch zu langes Erhitzen das Ende des Holmes etwas schwellen. Sobald Sie die Buchse heraus haben, entfernen Sie den losen Kleber von der Buchse und aus dem Holm. Dies ist auch eine gute Gelegenheit, um das Teer aus dem Holm zu entfernen, aber Vorsicht, nicht dabei das Holz beschädigen. Schrauben Sie jetzt die Buchse auf den Zapfen. Ziehen Sie sie nur so fest, wie Sie mit der Hand können. Umwickeln Sie die Backen einer Zange mit Klebeband und schrauben Sie die Buchse damit fest. Bestreichen Sie die Buchse mit einem schnell härtenden Zweikomponentenkleber und drücken Sie sie zurück in den Holm, etwas unterdreht (ca. 5 Grad). Überprüfen Sie, daß das Kleeblatt auf dem Mundstück auf der Oberseite ist. Wischen Sie allen überschüssigen Kleber ab, der herausquillt.

Das sollte funktionieren. Wenn Sie eine alte defekte Kaywoodie haben, können Sie sie als Übungspfeife opfern.

Hoffentlich hilft Ihnen das!

Bill Feuerbach
S.M. Frank & Co., Inc.
(Kaywoodie/Yello-Bole/Medico)
P.O. Box 789
Peekskill, NY 10566
smokepipes@aol.com
www.smfrankcoinc.com






Oben: Form: Billiard
Kopf: glatt, braun
Markung: Super Grain KAYWOODIE
IMPORTED BRIAR 5107
Mundstück: gerade, Parakautschuk
"drinkless attachment"
Markenzeichen: Treff-As
Länge: 14 cm
Höhe: 4 cm
Durchmesser: 3 cm
Gewicht: 39 g
Füllvolumen: 9 ccm
Unten: Form: Canadian
Kopf: rustiziert, weiß lackiert *)
Markung: KAYWOODIE Coral Wite Briar
Mundstück: oval, gerade, Parakautschuk
"drinkless attachment"
Markenzeichen: Treff-As
Länge: 13,5 cm
Höhe: 4,5 cm
Durchmesser: 3 cm
Gewicht: 30 g
Füllvolumen: 11 ccm
*)   Leider habe ich den Katalog nicht mehr,
ich weiß aber noch genau, was drinnen stand:
"It's not only a pipe, it's a conversation piece."



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